Rhein-Ruhr Marathon Duisburg (07.06.2009)

Im Dezember letzten Jahres entschied ich mich einen Marathon zu laufen. Da ich in Duisburg wohne, kam für mich für den ersten Marathon nur Duisburg in Frage. Viele meiner Lauffreunde haben die Hände über den Kopf zusammen geschlagen die dort bereits gelaufen sind, aber ich bin nach 2 Halbmarathons in Duisburg von Duisburg überzeugt: super Organisation und der Einlauf in die MSV-Arena ist immer wieder toll!

Meine Freundin Yvi hat sich von Anfang bereit erklärt, das Training mit zu machen, aber auf gar keinen Fall in Duisburg mitzulaufen, da sie keine Hitzeläuferin ist.

Der 7.6.2009 bestätigte unser aller Vermutungen: Gott ist ein Läufer!

Dank der Schafskälte hatten wir optimales Laufwetter, und Yvi entschied sich mit zu laufen. Wir hatten auch einen Plan: wir laufen in der 4:15 er Gruppe mit, wenn es zu schnell wird können wir uns nach hinten fallen lassen und mit der 4:30er Gruppe laufen. Uns war die Zeit egal, unser Ziel war es gesund und locker durchzukommen. In der Laufbranche hat sich was getan: nach der Entwicklung der Kompressionssocken gibt es nun auch Laufröcke, und mit so einem standen wir am Start. Dies hat für viel Spaß auf der Strecke gesorgt, weil man das in Duisburg noch nie gesehen hatte. Viele Frauen haben uns gesagt dass das super aussieht, und wir den Männer zeigen sollen wo der Hammer hängt, jawoll! Dies bescherte uns auch ein Riesenfoto in der NRZ im Duisburger Teil�also sehr empfehlenswert so ein Rock.

Am Start wurden wir schon von 2 Hamstern unterstützt, die extra nur wegen uns an der Strecke standen und uns die ganzen 42,195 km so tatkräftig unterstützt haben: Gaby und Detlef! An dieser Stelle nochmals vielen Dank! Das war ganz toll! Derweil war unser Hamster Lars mit 2 Hamstermädels auf der Halbmarathonstrecke unterwegs.

Präpariert mit Getränke und Gels sind wir um 9.20h losgetippelt, erst nach 5 km hatten wir unseren Laufrythmus gefunden und erblickten unsere Männer am Innenhafen. Leider verloren wir unsere Gruppe immer wieder an den Getränkestationen. Wir haben versucht die Lücke zu schließen und sind hinterhergelaufen. Zum Glück haben wir rechtzeitig gemerkt, dass das nicht gut ist. Und bevor wir unser Pulver verschossen hatten, haben wir die Gruppe ab km 15 ziehen lassen. Ab km 7 überquert man die Ruhr und läuft in den Hafen, wo keine Zuschauer sind. Nur 2 einsame Trommler hat man dort aufgestellt. Ab km 15 wurde die Strecke in Duisburg wieder schön, da wir den Hafen hinter uns gelassen hatten. Wir liefen dann nach Meiderich, wo auch wieder Gaby und Detlev standen und Gaby eifrig mit ihrer Glocke bimmelte. Wir überquerten in Ruhrort den Rhein und liefen nach Homberg, und da war richtig was los. Dort war am Wochenende Brunnenfest, und ganz Homberg war an der Strecke, ebenfalls wieder unsere Männer und Freunde aus Baerl.

Die Strecke führte uns weiter durch Rheinhausen, wo uns ebenfalls viele Duisburger angefeuert haben. Danach liefen wir sehr schön am Rhein entlang, ein Stück unsere Trainingsstrecke und daher jeder Grashalm bekannt. Wir waren nur auf dem Nach � Hause - Weg, denn wir passierten die 22km-Marke. Mit Erschrecken konnten wir beobachten, dass einige gegangen sind. Yvi und ich waren überrascht wie schnell wir die Halbmarathonmarke erreicht hatten, und haben unser Gel genommen. Wir näherten uns der Brücke der Solidarität, die noch einmal über den Rhein führte und uns durch Hochfeld auf die bekannt Halbmarathonstrecke führte. Bei nur insgesamt 1097 gestarteten Marathonläufern war das Läuferfeld mittlerweise sehr weit auseinandergezogen, und ich war sehr froh dass ich Yvi an meiner Seite hatte. Bei km 30 haben wir wieder Detlev & Gaby gesichtet, und ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr wir uns alle gefreut haben. Außerdem fanden wir unsere bisherige Laufzeit optimal, und hatten keinen Grund zur Eile. Wir haben auch jede Laola mitgenommen, die wir kriegen konnten.

Wir näherten uns dem km 33, und ich freute mich in den einstelligen Bereich rein zu laufen, also nicht mehr sagen zu müssen nur noch 11km, nein sondern nur noch 9 km zu laufen. Allerdings hatte ich nun auch langsam Sorge, wie es mir auf den letzen km gehen würde. Würde ich Krämpfe kriegen? Kommt der berühmte Mann mit dem Hammer? Überhaupt konnte ich mir nicht vorstellen, irgendwann mal die 40 km Marke zu sehen. Unser nächstes Etappenziel war km 36, wo unsere Männer standen. Und ab da hieß es nur noch 6 km zu laufen. Genialerweise standen noch bei km 37 Freunde von uns, mit denen wir gar nicht mehr gerechnet haben. Sie hielten so schöne Plakate hoch wie: So wir ihr riechen Sieger! Auch nicht schlecht!

Bei km 39 wusste ich gar nicht mehr was schlimmer war: meine Beine oder die sich bis ins endlos hinziehende Strecke. Wer in Duisburg schon mal gelaufen ist, weiß was ich meine, denn die letzten km ziehen sich so sehr, da es ewig geradeaus geht. Erstaunlicherweise trafen wir ein paar Leute wieder, die mit uns in der 4:15er Gruppe waren, und nun zum Teil gegangen sind. Mittlerweile konnte ich die ganzen Verpflegungsstände nicht mehr sehen: in Duisburg gibt es so viele und ich war voll bis oben hin mit Wasser, Iso, Cola, Banane�ich musste mich zwingen die letzen 3 Stände unbedingt noch mitzunehmen.

Aber irgendwie haben wir die letzten km auch runtergespult, und da war sie: die MSV-Arena, unser Ziel. Und das war so toll, da einzulaufen!!!! Unglaublich!! Und erstaunlicherweise standen Gaby & Detlev mit unseren Männer zusammen auf der Tribüne, obwohl sie sich gar nicht kannten�.es war ein großes Gejubel.

Und im Ziel bin ich dem geduschten Hamster Lars in die Arme gefallen, der prompt ein Bier für mich bereit hielt, wie schon letztes Jahr als ich nach dem Halben ins Ziel lief, da war Lars aber noch nicht geduscht. In Duisburg bekommen Frauen beim Zieleinlauf neben der Medaille und dem T-Shirt auch eine Rose, die getrocknet bei mir in der Küche hängt und mich immer an diesen schönen Lauf erinnert.

Übrigens, den Mann mit dem Hammer habe ich nicht gesehen.

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