
Westfalen-Triathlon in Dortmund (21.06.2009)
Es ist Sonntags morgens viel zu früh, aber damit der Triathlon Check - In um 8:20 Uhr eingehalten werden kann, ist zeitiger Aufbruch angesagt. Gottseidank haben wir den längsten Tag des Jahres und es ist Sommeranfang. Das erste war für mich bei meinem ersten Triathlon eh klar, vom zweiten ist bei 10 Grad Celsius Außentemperatur in Düsseldorf auf dem Balkon nicht viel zu spüren. Schon im Vorfeld hatte meine Frau registriert, dass hier Ihre Unterstützung gefragt ist und stand liebevoll an meiner Seite, alle meine Marotten und Nervositäten duldend. Nach dem Eintreffen in Dortmund am Fredenbaum Park galt es mit dem kompletten Geraffel dann den Wechselzonenplatz zu finden. Die vielen Wettkampfrichter, die Athletensicherheitsschleusen und die technische Materialabnahme vermitteln schlagartig - hier wird ernst gemacht. Trotzdem sind alle freudig angespannt, kein böses Wort und immer hilfbereite Menschen generieren eine wundervolle Atmosphäre.
So ist der Dortmunder halt! In der Wechselzone selber wurde dann mit dem ein oder anderen Mitstreiter gequatscht und die bestmöglichen Vorbereitungen für reibungslose Wechsel getroffen: Helm links an den Lenker oder rechts, Brille unten oder oben, Radschuhe in die Pedale oder daneben - das sind die essentiellen Fragen des Lebens......oder?! Anschliessend kleines Aufwärmprogramm und den Neo (-prenanzug) angezogen. Bis zu diesem Zeitpunkt schien alles reibunglos zu laufen. Auf dem Weg zum Start im Dortmund Ems Kanal dann die erste Hiobsbotschaft: NEOVERBOT! 19 Grad Wassertemperatur, 12 Grad Aussentemperatur ??? Laut DTU Statuten eigenlich nicht notwendig. Trotzdem zurück und das Gummiding wieder ausgezogen. Nach Verabschiedung von meiner Frau und dem nochmaligen Betreten der Startzone dann der Hinweis über Lautsprecher: NEOVERBOT aufgehoben! Jetzt mittlerweile im Schweinsgalopp mit Badeschlappen (was für ein Bild!!!), auf die Reaktionsfähigkeit meiner Frau hoffend (die ja den Schlüssel hatte), wieder zum Auto zurück, um an den Anzug zu gelangen. Gleichzeitig mit meiner Frau eintreffend, mit Puls180 und entsprechendem Schweissfilm das Neoteil wieder angelegt, retour zum Start und gleich ins Wasser an die Linie.
280 Starter in einem 30m breiten recht flachen Kanal sind eine prima Voraussetzung für eine lustige Keilerei - und so kam es auch, da auf der einen Seite des Kanals zur Wendetonne hin und auf der anderen Seite, also mit Gegenverkehr, zurückgeschwommen werden mußte. Leider war ich bei meinem ersten Wettkampf nicht mutig genug ganz nach vorne in die Mitte zu schwimmen und einfach loszulegen. Immerhin bin ich irgendwie nach 750m und 14 Minuten aus dem Wasser gekrochen und in die Wechselzone gerannt. Die Unfähigkeit aus der Gummipelle raus und in die Kompressionsstrümpfe (nicht lachen - ich bin in dem Alter) rein zu kommen mit nassen, kalten, kraftlosen Fingern und Füßen ist ein wirklicher Spass. Nach 6 endlosen Minuten sprang ich dann aufs Rad und die vermeintlich schwächste Disziplin ging dann dank maßlosen Materialeinsatzes richtig ab - 20km in 33 Minuten habe ich bis dato noch nie geradelt. Irgendwann zwischendurch habe ich mich dank Triathlonvorbau wie Faris Al-Sultan auf Hawai gefühlt. Vor lauter Glückshormonen wäre ich beinahe noch ungebremst in die Wechselzone reingesaust, doch die Stimme meiner Frau hat mich noch rechtzeitig aufgeweckt. Erneut mit leichten Verzögerungen beim Umziehen und Fahrrad verstauen, lief ich zum guten Schluß noch eine 19er Zeit auf die 5km kreuz und quer durch den Fredenbaum Park, so das ich wirklich glücklich und zufrieden ins Ziel trudeln konnte.
Klasse Veranstaltung, tolle Menschen, schöne Region und alles zum super Schnäppchen Preis. Nächstes Jahr bestimmt wieder (mit besseren Wechseln - den Rest trainiere ich nicht mehr ;-)) Ach ja: 58. Gesamtplatz, 10. in der AK, für die, die es interessiert.